Kurz: Fast alle bekannten KI-Arbeitsmarkt-Studien sind global oder US-zentriert, der Schweizer Kontext fehlt gewöhnlich.
KI-Jobexposition Schweiz ist keine wissenschaftliche Studie, sondern ein offenes Tool: Für 204 Schweizer Berufe liefert es eine strukturierte Schätzung der KI-Exposition, legt das Vorgehen offen und benennt, was die Daten nicht leisten können.
Direkt zum Tool: KI Einfluss auf Berufe
Seit dem Aufstieg generativer KI füllt sich die Debatte über die Zukunft der Arbeit mit grossen Zahlen und noch grösseren Schlagzeilen. Bei näherer Betrachtung sind diese Zahlen meist präziser — und vorsichtiger — formuliert, als sie in den Medien ankommen:
- Eine Goldman-Sachs-Studie (2023) schätzt, dass weltweit bis zu 300 Millionen Vollzeitstellen durch KI exponiert sind — also in unterschiedlichem Mass von Automatisierung berührt. Exposition ist dabei nicht dasselbe wie Wegfall; in vielen Schlagzeilen ist diese Unterscheidung verloren gegangen.1
- Eloundou et al. (OpenAI / University of Pennsylvania, 2023) finden, dass rund 80 % der US-Beschäftigten in mindestens 10 % ihrer Aufgaben durch grosse Sprachmodelle betroffen sein könnten — eine Aussage über Aufgaben, nicht über ganze Berufe.2
- McKinsey schätzt, dass bis 2030 rund 30 % der heute geleisteten Arbeitsstunden in den USA automatisierbar sein könnten — wiederum mit grosser Spannweite.3
- Der WEF Future of Jobs Report 2025 (Januar 2025) erwartet bis 2030 ein Nettoplus von rund 78 Millionen Jobs — bei gleichzeitiger Verschiebung von 39 % der heutigen Schlüsselqualifikationen.4
Was diesen Studien gemeinsam ist: Sie sind global oder US-zentriert gerechnet.
Wer in der Schweiz arbeitet, lebt in einer anderen Wirtschaft. Andere Branchenstruktur. Andere Lohnniveaus. Ein duales Bildungssystem mit EFZ und Höherer Berufsbildung, das in keinem amerikanischen Datensatz auftaucht. Und trotzdem werden die US-Zahlen unverändert in Schweizer Medien zitiert, als wäre der Coiffeur in Bern dieselbe statistische Einheit wie ein hairdresser in Houston.
Genau hier setzt KI-Jobexposition Schweiz an — ein offenes Tool, das für 204 Schweizer Berufe einen nachvollziehbaren Anhaltspunkt liefert, wie stark einzelne Tätigkeiten durch generative KI exponiert sein könnten. Es ist ausdrücklich keine Prognose darüber, welche Jobs verschwinden werden, sondern eine Diskussionsgrundlage.
Was sagen Schweizer Studien?
Die Diskussion ist 2025 nicht mehr abstrakt — auch in der Schweiz liegen erste empirische Befunde vor:
- Die KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich hat im Oktober 2025 erstmals empirisch gezeigt, dass KI bereits konkrete Spuren auf dem Schweizer Arbeitsmarkt hinterlässt: In stark KI-exponierten Berufen ist die Zahl der bei Schweizer Arbeitsämtern registrierten Stellensuchenden seit November 2022 (also seit dem Aufkommen von ChatGPT) im Schnitt um 27 % stärker gestiegen als in wenig exponierten Berufen. Auch die Stellenausschreibungen sind in den exponierten Berufen deutlicher zurückgegangen. Besonders sichtbar: Software- Entwickler:innen, Systemanalystinnen, Programmiererinnen, Journalist:innen sowie Fachleute in Werbung und Marketing.5
- Avenir Suisse kommt in «Zukunftssichere Berufe?» (2024) zum Schluss, dass Führungskräfte und Berufe mit unstrukturierten Aufgaben tendenziell von KI unterstützt werden, während Routine-Bürotätigkeiten unter Druck geraten — und plädiert für gezielte Weiterbildung und höhere berufliche Mobilität.6
- Der PwC AI Jobs Barometer 2025 zählt rund 20'000 Schweizer Stellenausschreibungen mit explizitem KI-Bezug — eine Verzehnfachung gegenüber 2018, was allerdings noch immer nur 1.4 % des Gesamtmarktes entspricht. Die Nachfrage steigt, ist aber gemessen am Stellenmarkt noch klein.7
International ergänzt die IMF Staff Discussion Note (Cazzaniga et al., Januar 2024) das Bild: Fortgeschrittene Volkswirtschaften wie die Schweiz sind tendenziell stärker exponiert als Schwellenländer, weil ihr Arbeitsmarkt kognitiv-intensiver ist; gleichzeitig sind sie eher in der Lage, die produktiven Vorteile zu nutzen.8
Was diese Studien zeigen: Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wo sich KI auf den Arbeitsmarkt auswirkt — und auf welche Berufe konkret. Genau dort setzt das Tool an.
Wie kommen diese Befunde in den Schweizer Medien an? Drei Beispiele aus 2025 — und was wirklich dahintersteht.
«Mehr als jeder zweite Schweizer fürchtet sich vor Job-Verlust wegen KI»
(Blick, Juli 2025)9
Die Schlagzeile beruht auf einer Umfrage. Was sie misst, ist die Sorge, nicht die tatsächliche Bedrohung. Subjektives Gefühl und faktische KI-Exposition können weit auseinanderliegen: Beschäftigte mit eher robusten Berufen können sich grosse Sorgen machen, während andere mit hochexponierten Tätigkeiten ihre Lage unterschätzen. Die Zahl beschreibt ein Stimmungsbild, keinen Arbeitsmarkt.
«KI-Koryphäe warnt vor 80 Prozent Arbeitslosigkeit»
(20 Minuten, über Stuart Russell)10
Russell ist ein renommierter KI-Forscher in Berkeley — aber Arbeitsmarktökonom ist er nicht. Solche Maximalprognosen finden sich auf beiden Seiten der Debatte, von «KI macht uns alle reicher»11 bis «80 Prozent sind weg». Die seriöse empirische Forschung (KOF, IMF, WEF) bewegt sich in einem deutlich engeren Korridor. Eine Einzelstimme — egal wie prominent — ersetzt keine Studienlage.
«KOF-Studie: KI verändert den Schweizer Arbeitsmarkt dramatisch»
(NZZ, Oktober 2025)12
Inhaltlich nicht falsch — aber durch das Wort «dramatisch» zugespitzter, als die Studie selbst formuliert. Die KOF-Daten zeigen einen relativen Anstieg um 27 % bei den Stellensuchenden in stark exponierten Berufen, gemessen an wenig exponierten Berufen. Das ist eine messbare Verschiebung in einem Teilsegment des Arbeitsmarkts, kein Massenphänomen — und die Studienautoren selbst formulieren deutlich vorsichtiger.
Solche Verkürzungen sind nicht überraschend, Schlagzeilen müssen funktionieren. Aber sie zeigen, warum es eine Datenebene unter den Schlagzeilen braucht: damit die Diskussion über konkrete Berufe und konkrete Massnahmen geführt werden kann, statt zwischen Panik und Beschwichtigung zu pendeln.
Drei Schlagzeilen im Reality-Check
Die Problematik in vier Punkten
1. Niemand spricht über konkrete Berufe
Die meisten Diskussionen bleiben abstrakt: «kreative Berufe», «Wissensarbeit», «Routine-Tätigkeiten». Das hilft einer 24-jährigen Kauffrau, die sich fragt, ob sie sich umorientieren soll, nicht weiter — und auch nicht einem 45-jährigen Sachbearbeiter, der überlegt, in welche Weiterbildung er Zeit und Geld investiert. Was diese Menschen brauchen, ist keine Schlagzeile — sondern ein erster konkreter Anhaltspunkt zur Frage: «Wie sieht es bei meinem Beruf aus?»
2. Die Schweizer Wirtschaft folgt nicht dem US-Drehbuch
Ein paar Beispiele, an denen sich die strukturellen Unterschiede zeigen:
- Der Schweizer Finanzsektor ist überdurchschnittlich gross und stark digitalisiert — was die KI-Exposition tendenziell erhöhen dürfte.
- Bei ICT-Berufen ist die Lage nicht eindeutig: Lange galt die Annahme, sie seien primär komplementär zur KI — die erste Schweizer Empirie (KOF 2025) relativiert das deutlich. Programmierer:innen und Software-Entwickler:innen gehören zu den Gruppen mit dem stärksten Anstieg an Stellensuchenden seit Ende 2022.5
- Im Gesundheitswesen und in der Pflege dominiert in der Schweiz der demografische Druck. Personalmangel und Knappheit sprechen dafür, dass Automatisierung dort eher entlastet als verdrängt — die konkrete Wirkung bleibt offen.
- Das EFZ-System mit seiner engen Verzahnung von Theorie und Praxis dürfte einige Berufe abfedern, die in rein «kognitiven» US-Klassifikationen schlechter wegkommen.
Diese Unterschiede sollten kein Detail sein, das in der Diskussion verloren geht — sie können das Bild für einzelne Berufsgruppen spürbar verschieben.
3. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind andere
KI-Einführung ist nicht nur eine technische Frage, sondern eine regulatorische. Und auch hier gilt: Was in den USA möglich ist, ist in der Schweiz nicht automatisch erlaubt — und umgekehrt.
- Die Schweiz übernimmt den EU AI Act (Verordnung 2024/1689, in Kraft seit 1. August 2024) nicht direkt — ist über Lieferketten und Marktzugang aber faktisch davon betroffen. Der Bundesrat hat eine eigene KI-Regulierung 2025 in Auftrag gegeben; das konkrete Schweizer Regelwerk steht noch aus.13
- Das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG, in Kraft seit 1. September 2023) stellt für viele KI-Anwendungen Anforderungen — insbesondere Art. 5 lit. f/g zum Profiling und Art. 21 zur automatisierten Einzelentscheidung. Das beeinflusst Tempo und Form der Einführung.
- In regulierten Branchen kommen sektorspezifische Aufsichtsregeln hinzu: die FINMA für Finanzdienstleister, Swissmedic für Medizinprodukte, und die kantonalen Gesundheitsbehörden im Spitalwesen.
- Die Schweizer Sozialpartnerschaft und Gesamtarbeitsverträge führen dazu, dass Automatisierungsschritte in vielen Branchen verhandelt und nicht einseitig entschieden werden.14
Ein Beruf mit hohem technischem Expositionsscore kann deshalb in der Schweiz langsamer, anders oder gar nicht von KI verändert werden, weil rechtliche und sozialpartnerschaftliche Leitplanken im Weg stehen. Das Tool kann diese Faktoren nicht modellieren — aber wer seine Ergebnisse interpretiert, sollte sie mitdenken.
4. Detaildaten pro Beruf fehlen oft
McKinsey, OECD und das ILO-Arbeitsmarktteam dokumentieren ihre Methodik in der Regel in technischen Anhängen oder Working Papers — das ist anzuerkennen.3 15 16 Was in der Praxis häufig fehlt, ist die Ebene darunter: die Bewertung pro einzelner Berufsgruppe in maschinenlesbarer Form, dazu die Coding-Entscheide und der Code. Damit bleibt es schwierig, einen einzelnen Beruf nachzurechnen oder die Annahmen für den eigenen Kontext zu hinterfragen — gerade das ist aber die Ebene, auf der eine konkrete Diskussion über einzelne Berufe stattfinden müsste. Das Tool versucht hier, mehr Transparenz herzustellen — ohne damit den Anspruch zu erheben, selbst eine peer-reviewte oder im wissenschaftlichen Sinne reproduzierbare Untersuchung zu sein.
Die Plattform berechnet pro Beruf einen Expositionsscore von 0 bis 10 nach einer öffentlich dokumentierten Vorgehensweise. Der Score misst, wie stark sich die Tätigkeiten eines Berufs grundsätzlich für generative KI eignen — nicht, ob und wann ein Beruf tatsächlich verändert wird. Es handelt sich ausdrücklich nicht um eine wissenschaftliche Studie, sondern um eine strukturierte Schätzung mit offenen Annahmen.
Datengrundlage: 204 Berufe aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (BFS SAKE 2024), angereichert mit offiziellen Berufsbeschreibungen aus der europäischen ESCO-Klassifikation und Schweizer Lohndaten (BFS LSE 2022).
Bewertung durch ein KI-Sprachmodell (Claude Sonnet) entlang von fünf Kriterien: digitaler Output, Wiederholbarkeit, physische Präsenz, Kreativität und soziale Interaktion. Die Auswahl der Kriterien orientiert sich an Michael Webbs Arbeit zur Automatisierungsexposition über Patente17 sowie an Andrej Karpathys öffentlichen Analysen, welche Aufgabentypen sich für grosse Sprachmodelle eignen.18
Schweiz-spezifische Anpassungen: Auf den Rohscore werden Korrekturen für Branche und Lohnniveau angewendet — basierend auf der Struktur der Schweizer Wirtschaft, nicht auf US-Mittelwerten.
Visualisierung: Eine Treemap zeigt alle 204 Berufe nach Beschäftigtenzahl und Risiko. Eine Matrix-Ansicht stellt Exposition gegen Anpassungsfähigkeit. Eine Berufssuche liefert für jeden einzelnen Beruf das volle Profil mit Begründung.
Wer will, kann jeden Score nachvollziehen, jeden Datensatz herunterladen und jeden Schritt der Pipeline auf GitHub einsehen.
Was das Tool macht
Vier Beispiele aus den Daten
Vier von 204 Berufen — als Eindruck, wie konkret die Bewertung wird:
Stark exponiert
- Sachbearbeiter/in Buchhaltung — Score 8.5, Zeitrahmen 3–5 Jahre. ERP-Systeme wie Abacus, SAP und Bexio sowie KI-gestützte Belegerfassung automatisieren in Schweizer Unternehmen bereits einen grossen Teil der Fakturierung; manueller Aufwand bleibt vor allem für Ausnahmefälle und Kundenkommunikation.
- Übersetzer:innen, Dolmetscher:innen und Linguist:innen — Score 7.3, Zeitrahmen 1–2 Jahre. DeepL und LLM-basierte Tools übernehmen Standardtexte und technische Übersetzungen; literarische, juristische und kulturell nuancierte Texte sowie das Dolmetschen bleiben menschliche Domänen.
Schwach exponiert
- Coiffeur/Coiffeuse EFZ — Score 1.6, Zeitrahmen über 10 Jahre. Manuelle Geschicklichkeit, direkter Körperkontakt und eine vertrauensbasierte Kundenbeziehung sind für KI extrem schwer zugänglich. KI-Stilberatungs-Apps können die Beratungsphase höchstens ergänzen.
- Diplomierte Pflegefachperson — Score 1.8, Zeitrahmen 5–10 Jahre, rund 130'000 Beschäftigte. Körperlich-empathische Patientenbetreuung lässt sich nicht automatisieren; KI entlastet eher Dokumentation und Pflegeplanung — was angesichts des Schweizer Fachkräftemangels willkommen ist.
Den vollen Score-Aufbau und die Begründung pro Beruf zeigt die Berufssuche im Tool.
Damit kein falscher Eindruck entsteht: Diese Plattform ist kein Orakel und keine Berufsempfehlung. Ein hoher Score bedeutet nicht, dass ein Beruf in fünf Jahren verschwindet — er bedeutet, dass viele der heutigen Tätigkeiten technisch grundsätzlich für KI-Unterstützung geeignet sind. Ob, wann und in welcher Form daraus tatsächlich Veränderungen am Arbeitsmarkt werden, hängt von Regulierung, Recht, Tarifpartnern, Kundennachfrage, Investitionsentscheiden und vielen weiteren Faktoren ab, die das Modell nicht kennt.
Auch das KI-Modell hinter den Scores hat blinde Flecken: Es kennt keine Werkstatt von innen und versteht den Schweizer Föderalismus nur aus Textquellen. Die Scores sind deshalb mit Begründungen hinterlegt — damit Leserinnen und Leser selbst prüfen können, ob die Argumentation für ihren Beruf trägt. Ein Score ist ein Einstieg in ein Gespräch, kein Ersatz für Erfahrung und keine Grundlage für Berufswahl oder Personalentscheidungen.
Was das Tool nicht ist
Für wen das Tool ein Ausgangspunkt sein kann
- Berufstätige, die für sich selbst eine Diskussionsgrundlage suchen, wie sich ihr Tätigkeitsfeld verändern könnte.
- Lehrpersonen, die KI und Arbeitsmarkt im Unterricht thematisieren wollen — als Diskussionsanstoss, nicht als Berufswahl-Instrument.
- HR und Strategie, die ein zusätzliches Datenpuzzlestück für Personalplanung und Weiterbildung suchen.
- Politik und Verbände, die für ihre Diskussionen über Strukturwandel und Weiterbildung neben qualitativen Einschätzungen auch quantitative Anhaltspunkte brauchen.
- Journalist:innen und Forschende, die für ihre Beiträge nachvollziehbare Schweizer Zahlen suchen — inklusive der Möglichkeit, der Vorgehensweise zu widersprechen.
Ein Anfang, kein Endpunkt
KI-Jobexposition Schweiz ist ein offenes Projekt und ausdrücklich ein Versuch, keine fertige Antwort. Die Daten und das Vorgehen sind unter MIT-Lizenz frei verfügbar, der Code ist öffentlich, jeder Score wird mit Begründung publiziert. Wo die Vorgehensweise Schwächen hat, sollen sie sichtbar sein — Kritik, Korrekturvorschläge und Branchen-Expertise sind ausdrücklich willkommen, über GitHub-Issues oder direkt per Mail.
Wir werden uns in den nächsten Jahren intensiv mit der Frage beschäftigen müssen, was generative KI mit unserem Arbeitsmarkt macht. Diese Diskussion verdient eine bessere Datenbasis als US-Schlagzeilen — und sie verdient auch ehrlichen Umgang mit dem, was diese Daten nicht leisten können.
Hinweis zu Interpretationen
Einige Aussagen zu Schweizer Spezifika — etwa zur Abfederungswirkung des EFZ-Systems oder zur Bedeutung des demografischen Drucks im Gesundheitswesen — sind plausible Einordnungen der allgemein verfügbaren Datenlage (BFS, Obsan, SECO), aber nicht Ergebnis einer eigenen empirischen Untersuchung. Belegte Befunde aus der KOF-Studie 2025 und dem PwC AI Jobs Barometer sind mit Footnotes gekennzeichnet.
Quellen
- Karpathy, A. (März 2026).US Job Market Visualizer — Methodik-Impuls (342 US-Berufe, BLS-Daten, LLM-Scoring)
- Hatzius, J., Briggs, J., Kodnani, D., Pierdomenico, G. (2023): The Potentially Large Effects of Artificial Intelligence on Economic Growth. Goldman Sachs Economics Research, 26. März 2023. — Kernaussage: «up to 300 million full-time jobs globally could be exposed to automation by AI». In der medialen Rezeption wurde «exponiert» häufig zu «ersetzt», «vernichtet» oder «gefährdet» verkürzt — siehe etwa Berliner Zeitung («Goldman Sachs: 300 Millionen Angestellte könnten durch KI ersetzt werden», https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/goldman-sachs-ki-kunstliche-intelligenz-koennte-300-millionen-jobs-kosten-li.332935), inside-it.ch («Killt ChatGPT 300 Millionen Arbeitsplätze?», https://www.inside-it.ch/killt-chatgpt-300-millionen-arbeitsplaetze-20230330) oder OnlineMarketing.de («Studie: 300 Millionen Jobs durch KI gefährdet»).
- Eloundou, T., Manning, S., Mishkin, P., Rock, D. (2023): GPTs are GPTs: An Early Look at the Labor Market Impact Potential of Large Language Models. arXiv:2303.10130. https://arxiv.org/abs/2303.10130 — Kernbefund: «around 80 % of the U.S. workforce could have at least 10 % of their work tasks affected by the introduction of LLMs».
- McKinsey Global Institute (2023): Generative AI and the future of work in America. Juli 2023. https://www.mckinsey.com/mgi — schätzt, dass bis 2030 rund 30 % der heute geleisteten Arbeitsstunden in den USA automatisierbar sein könnten. Methodik wird im technischen Anhang beschrieben.
- World Economic Forum (2025): The Future of Jobs Report 2025. Insight Report, Januar 2025. https://reports.weforum.org/docs/WEF_Future_of_Jobs_Report_2025.pdf
- Klaeui, J., Siegenthaler, M. (2025): KI und der Schweizer Arbeitsmarkt: Erste Evidenz zu Auswirkungen auf Arbeitslosigkeit und Stellenausschreibungen. KOF Konjunkturforschungsstelle, ETH Zürich, Oktober 2025. https://kof.ethz.ch/news-und-veranstaltungen/kof-news/2025/10/kuenstliche-intelligenz-hinterlaesst-deutliche-spuren-auf-dem-schweizer-arbeitsmarkt.html
- Avenir Suisse (2024): Zukunftssichere Berufe? Wie künstliche Intelligenz den Schweizer Arbeitsmarkt verändert. https://www.avenir-suisse.ch/publication/zukunftssichere-berufe/
- PwC Schweiz (2025): AI Jobs Barometer 2025. Pressemitteilung und Studienauszug. https://www.pwc.ch/de/presse/AI_Jobs_Barometer_2025.html
- Cazzaniga, M., Jaumotte, F., Li, L., Melina, G., Panton, A. J., Pizzinelli, C., Rockall, E., Tavares, M. M. (2024): Gen-AI: Artificial Intelligence and the Future of Work. IMF Staff Discussion Note SDN/2024/001, Januar 2024. https://www.imf.org/-/media/files/publications/sdn/2024/english/sdnea2024001.pdf
- Blick (2025): Grosse Studie zur KI-Revolution: Mehr als jeder zweite Schweizer fürchtet sich vor Job-Verlust. https://www.blick.ch/wirtschaft/grosse-studie-zur-ki-revolution-mehr-als-jeder-zweite-schweizer-fuerchtet-sich-vor-job-verlust-id19927518.html
- 20 Minuten (2025): Düsteres Szenario — KI-Koryphäe warnt vor 80 Prozent Arbeitslosigkeit. https://www.20min.ch/story/duesteres-szenario-ki-koryphaee-warnt-vor-80-prozent-arbeitslosigkeit-103464159
- Vgl. demgegenüber den Beitrag «I expect AI to make us all richer» der KOF (Dezember 2025). https://kof.ethz.ch/en/publications/kof-insights/articles/2025/12/i-expect-ai-to-make-us-all-richer.html
- NZZ (2025): KOF-Studie: KI verändert den Schweizer Arbeitsmarkt dramatisch. https://www.nzz.ch/wirtschaft/kof-studie-ki-veraendert-den-schweizer-arbeitsmarkt-dramatisch-ld.1905520
- Bundesrat (2025): Auftrag für eine sektorspezifische KI- Regulierung in der Schweiz, basierend auf dem Bericht «Übersicht KI- Regulierungsansätze und mögliches Vorgehen für die Schweiz» (BAKOM, 2024). https://www.bakom.admin.ch
- SECO — Staatssekretariat für Wirtschaft: Sozialpartnerschaft in der Schweiz. https://www.seco.admin.ch
- OECD (2023): OECD Employment Outlook 2023 — Artificial Intelligence and the Labour Market. https://www.oecd.org/employment-outlook/ — sowie Nedelkoska, L., Quintini, G. (2018): Automation, skills use and training. OECD Social, Employment and Migration Working Papers No. 202.
- International Labour Organization (2023): Generative AI and Jobs: A global analysis of potential effects on job quantity and quality. ILO Working Paper 96. https://www.ilo.org/publications
- Webb, M. (2020): The Impact of Artificial Intelligence on the Labor Market. Stanford Working Paper, SSRN. https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3482150